Bericht zur Demo vom 11.08. der Gruppe antifa and more aus Burg

Kurz vorweg: die Gruppe antifa and more ist Teil des Antifa Bündnis Burg und wird Zukünftig dieses Seite betreuen.

Ob Sonne oder Regen ….

Erfreulicherweise fanden sich an diesem verregneten Vormittag etwa 200 Menschen in Burg ein, um gegen den rechten Konsens in der ostdeutschen Provinz zu demonstrieren. Zwei Tage zuvor wurde unser Treffpunkt von der zuständigen Versammlungsbehörde vom Bahnhof weg auf das ehemalige Burger Messegelände hintern Bahnhof verlegt. Die Demo startete dann, mit der bei Antifademos üblichen 1-stündigen Verspätung, also pünktlich um 11Uhr. Lautstark ging es durch meist menschenleere Straßen Richtung Innenstadt. Am Rande der Demo tauchten immer wieder einzelne Nazis auf, unter anderem Marcel J., langjähriger Kameradschaftsaktivist, welche versuchten die Demoteilnehmer_Innen zu fotografieren. Leider gab es auch technische Probleme mit dem Lauti, so dass nur den hintere Teil der Demo mit Musik beschallt werden konnte. Nach einer kurzen Zwischenkundgebung am Rolandplatz, wo sich dann auch einige Teilnehmer_Innen des Bürgerbündnisses anschlossen, ging es weiter durch etwas belebtere Gebiete. Einige Nazis versuchten noch aus dem Eiscafe Adria heraus die Demo zu provozieren. Es kam zu einer kurzen Rangelei mit der Staatsgewalt, die Stimmung blieb aber ziemlich relaxt. Den Nazis wurde von den Demoteilnehmer_Innen noch mal nahe gelegt, dass auch sie Namen und Adressen hätten. Weiter ging es, mittlerweile ohne Musik, der Generator gab nun völlig den Geist auf, dennoch lautstark vorbei an den Plattenbauten in der Bruchstrasse, wo sich die indigene Bevölkerung von ihrer typischen Seite zeigte. Dieses Mal blieb es nur bei verbalen Anfeindungen gegenüber der Demo. Gerade im Alltag sieht das oft anders aus. Die Demo verlief fortan bis zum Ende ohne weitere Störungen oder ähnliches. Auch die Sonne lies sich wieder blicken.
Nach der Demo zog die Pressesprecherin des Amtifa-Bündnis Andrea Sommer eine erste Bilanz: „Angesichts des Verbots der Nazidemo und des doch recht zeitigen Beginns unserer Demo, sind wir mit der Teilnehmer_Innenzahl sehr zufrieden. Wir sind erfreut, dass auch Jugendliche aus Burg und Umgebung mit uns auf der Demo waren. Wir haben heute gezeigt, dass wir uns von den NationalsozialistInnen und ihren FreundInnen nicht einschüchtern lassen und wir die rechte Hegemonie in den Jugendkulturen nicht unwidersprochen hinnehmen werden. Es war wichtig und richtig trotz des Verbots der Nazidemo durch Burg, gegen den rechten Konsens, die Harmoniesucht der (Dorf-)Bevölkerung und für eine emanzipatorische Gesellschaft zu demonstrieren.“

Danny, das war wohl nichts…

Die erste vom Freien Netz organisierte Demo wurde auch zum ersten großen Reinfall für die Mitteldeutschen Nationalsozialisten. Leider waren nicht wir, sondern die deutsche Justiz für die nicht stattgefundene Demo verantwortlich. So bestätigte das Oberverwaltungsgericht am 10.08. das Verbot der Demo. Als Grund ist die Nähe zum Hess-Todestag zu nennen. Die Burger Nazis mobilisierten dennoch weiter nach Burg. Am 11.08. selber setzte die Polizei ziemlich viel daran, die Nazis konsequent aus Burg fern zuhalten. Immer wieder bekamen anreisende Nazis Stadtverbot. Diese versuchten darauf hin in andren Städten Sachsen-Anhalts Spontandemos durchzuführen, was ebenfalls durch die Polizei unterbunden wurde.
Im Nachhinein fetzten sich die Nazis u.a. auf Naziinternetportal altermedia untereinander. Dem Freien Netz wurde dort „Desinformation der eigenen Szene“ vorgeworfen. Die Burger NationalsozialistInnen um den Anmelder und lokalen Führungskasper Danny G. haben es schon nicht leicht, erst die ständige „Polizeiwillkür“ und der böse „Staatsterror“ und jetzt der Spott bzw. die Verachtung der eigenen Kameraden. Tja, Mitleid gibt’s aber nicht….

Grün, ja grün…

Die Polizei war mit einem enormen Aufgebot vertreten. So wurden an den Zufahrtstraßen Kontrollen eingerichtet. Etliche Nazis, aber teilweise auch Antifaschist_Innen wurden angehalten, kontrolliert und bekamen Stadtverbot. Auch linke Jugendliche, welche nicht auf der Demo waren, bekamen teilweise für das gesamte Stadtgebiet Platzverweise. Während der Demo kam es erstaunliche Weise zu keinen Provokationen von Seiten der Polizei. Diese verzichtete darauf wegen jeder Kleinigkeit (z.B. wie sonst üblich, die Transpis seien zu hoch – zu breit – zu bunt ) zu stressen. Dazu Andrea Sommer: „Wir sind erfreut über das deeskalierende Verhalten der Polizei heute. Es stellt sich uns natürlich die Frage, ob das Konzept der Deeskalation nur aus Imagegründen gefahren wurde, stand doch die Burger Polizei mit ihrer Führung des Öfteren, zuletzt nach dem Überfall rechter Schläger auf eine Migrantenfamilie, in der öffentlichen Kritik.“

Wir wollen uns bei allen, die bei der Orga mitgeholfen und natürlich bei den Leuten, die für eine kraftvolle Demo gesorgt haben, bedanken.

Let´s push things forward!

Noch ein paar Impressionen von der Demo:

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